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Diplom-Dolmetscher
Mathias Nord
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Simultandolmetschen

Der Dolmetscher spricht praktisch gleichzeitig mit dem Redner, der Zuhörer empfängt die Verdolmetschung über Kopfhörer. Die Dolmetscher arbeiten in der Regel in Teams von zwei bzw. maximal drei Kollegen in einer Kabine aus der Fremdsprache in die Muttersprache bzw. umgekehrt. Sollen weitere Sprachen abgedeckt werden, sind zusätzliche Kabinen und Dolmetscher erforderlich. Vorteil: Es entsteht kein Zeitverlust, alle Teilnehmer können sich ohne Einschränkung in ihrer Muttersprache verständigen, sofern dafür eine simultane Verdolmetschung vorgesehen ist. Diese Form des Dolmetschens empfiehlt sich in erster Linie für größere Veranstaltungen und Events.

Flüsterdolmetschen

Die Dolmetscher arbeiten zwar simultan, hören den Redner jedoch - anders als in der Kabine - selbst nicht über Kopfhörer, sondern nehmen die Stimme des Redners direkt im Raum ab. Dies bedeutet erschwerte akustische Bedingungen, die den im Folgenden Dolmetscher mitunter zwingen, sich während der Verdolmetschung im Raum zu bewegen, um einen Redner besser verstehen zu können. Gleichzeitig ist eine erhöhte Disziplin der Teilnehmer gefragt, da sich beispielsweise nicht zwei Gespräche gleichzeitig dolmetschen lassen bzw. ein hoher Nebengeräuschepegel eine Verdolmetschung erschweren oder sogar unmöglich machen kann.

In der Regel arbeiten bei dieser Form der Verdolmetschung zwei Kollegen im Team. Mit Unterstützung einer Personenführungsanlage (im Dolmetscherjargon umgangssprachlich auch als "Flüsteranlage" bezeichnet) ist das Flüsterdolmetschen für kleinere Gruppen bis ca. 10 Personen und informelle Meetings mit einem begrenzten Zeitrahmen von einigen Stunden geeignet. Die Zuhörer folgen der Verdolmetschung über Kopfhörer. Selbst wenn die Dolmetscher sich bemühen, so leise wie möglich zu sprechen, lässt sich jedoch nicht vermeiden, dass auch die anderen Teilnehmer solcher Meetings die Stimme des Dolmetschers als Hintergrundgeräusch wahrnehmen, was als störend empfunden werden kann.

Ohne Personenführungsanlage eignet sich das Flüsterdolmetschen für maximal 2 bis 3 zu bedolmetschende Zuhörer, die direkt vor oder neben den Dolmetschern sitzen. Diese Art des Dolmetschens wird jedoch im Vergleich zu den anderen Arten erfahrungsgemäß vom Zuhörer als wenig angenehm empfunden. Somit ist sie, nicht zuletzt aufgrund der widrigen akustischen Verhältnisse, nicht zu empfehelen.

Konsekutivdolmetschen

Der Dolmetscher notiert Sinneinheiten oder längere Passagen des Redners und überträgt diese anschließend mündlich in die Fremdsprache. Sie benötigen keine Technik, sollten die Veranstaltung jedoch sehr straff führen und mindestens die doppelte Zeit im Vergleich zum Simultandolmetschen einplanen. Diese Dolmetschart eignet sich nicht für Veranstaltungen mit hohem Interaktionsgrad, sondern in erster Linie für Frontalveranstaltungen mit offiziellem Charakter, wie Tischreden, sowie Gespräche und Verhandlungen im kleinen Kreis.

Verhandlungsdolmetschen

Diese Dolmetschart ist eine Variante des Konsekutivdolmetschens, bei der das gesprochene Wort vom Dolmetscher in kurzen Sinneinheiten übertragen wird, die keine oder kaum Notizen erfordern, z.B. bei Besprechungen im kleinen Rahmen, Videokonferenzen oder in Telefonkonferenzen.